Sauna-Knigge: Die wichtigsten Regeln für deinen Saunabesuch
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Die Sauna-Knigge ist kein Regelwerk zum Auswendiglernen, sondern gesunder Menschenverstand: Hygiene, Rücksicht und Ruhe. Wer sie kennt, fühlt sich schon beim ersten Besuch sicher – und die anderen Gäste freuen sich auch. Seit über 18 Jahren betreiben wir die Meri Sauna am Kulkwitzer See und haben die Regeln hier so zusammengefasst, wie sie in den meisten deutschen Saunen üblich sind: vom Duschen über das Tuch und den Aufguss bis zum Abkühlen und Ruhen.
Inhalt17
- Warum es eine Sauna-Knigge gibt
- Die Sauna-Knigge auf einen Blick
- Vor dem Saunagang: ankommen, duschen, abtrocknen
- Die wichtigste Regel der Sauna-Knigge: kein Schweiß aufs Holz
- In der Kabine: Platz, Ruhe, Rücksicht
- Aufguss-Knigge: pünktlich rein, nicht selbst wedeln
- Abkühlen: erst abduschen, dann ins Becken
- Ruhebereich: Liegen teilen statt reservieren
- Sauna-Knigge in Dampfbad, Biosauna und Infrarotkabine
- Zu zweit, in der Gruppe, mit Kindern
- Wenn sich jemand nicht an die Sauna-Knigge hält
- Nackt oder mit Badekleidung?
- Rücksicht auf dich und andere
- Nach dem letzten Gang: ordentlich gehen
- Die häufigsten Fauxpas
- Fazit
- Häufige Fragen
Warum es eine Sauna-Knigge gibt
In der Sauna teilen sich viele Menschen einen kleinen, heißen Raum, meist ohne Kleidung. Damit das für alle angenehm bleibt, haben sich drei Grundsätze durchgesetzt:
- Hygiene: Schweiß gehört aufs eigene Tuch, nicht aufs Holz. Wer frisch geduscht in die Kabine geht, nimmt Rücksicht auf alle anderen.
- Ruhe: Viele Gäste kommen, um abzuschalten. Gespräche sind nicht verboten, aber leise und kurz.
- Sicherheit: Hitze, Nässe und Kälte verlangen etwas Aufmerksamkeit – für dich selbst und für andere.
Die genauen Regeln stehen in der Hausordnung der jeweiligen Sauna. Sie geht immer vor. Die folgende Sauna-Knigge beschreibt, was in Deutschland üblich ist.
Die Sauna-Knigge auf einen Blick
| Situation | So ist es üblich | Lieber nicht |
|---|---|---|
| Vor dem ersten Gang | Gründlich duschen, abtrocknen, abschminken, Schmuck ablegen | Mit Parfüm, Creme oder nass in die Kabine |
| In der Kabine | Komplett auf dem Tuch sitzen oder liegen, Füße inklusive | Haut oder Füße direkt auf dem Holz |
| Tür | Zügig öffnen und schließen | Tür offen stehen lassen, Hitze entweicht |
| Aufguss | Rechtzeitig vor Beginn hineingehen, bis zum Ende bleiben oder in einer Pause gehen | Während des Aufgusses rein- oder rausgehen, selbst wedeln |
| Abkühlen | Erst Schweiß abduschen, dann ins Tauchbecken | Verschwitzt ins Becken |
| Ruhebereich | Tuch auf die Liege, leise sein, Liege nach dem Ruhen freigeben | Liegen stundenlang mit Tüchern reservieren |
| Handy | Im Schließfach lassen | Fotos oder Telefonate im Saunabereich |
Vor dem Saunagang: ankommen, duschen, abtrocknen
Die Sauna-Knigge beginnt schon in der Umkleide. Lass dir Zeit, plane lieber zwei bis drei Stunden ein als eine hektische Stunde. Mit vollem Magen oder ganz nüchtern saunieren die wenigsten gern – eine leichte Mahlzeit einige Zeit vorher ist üblich.
- Schmuck, Uhr und Brille ablegen: Metall wird in der Hitze heiß. Was du sonst noch mitnehmen darfst, steht in Brille, Schmuck, Kontaktlinsen in der Sauna.
- Abschminken: Make-up, Creme und Parfüm haben in der Kabine nichts zu suchen.
- Gründlich duschen: Mit Duschgel, damit Schweiß, Deo und Hautfett weg sind. Ein mildes Duschgel wie das VEGAN FOX Duschgel reicht völlig.
- Gut abtrocknen: Mit trockener Haut kommst du schneller ins Schwitzen, und dein Saunatuch bleibt trocken.
Wie oft und wann du rund um die Sauna duschst, haben wir ausführlich in Duschen vor und nach der Sauna erklärt.
Die wichtigste Regel der Sauna-Knigge: kein Schweiß aufs Holz
Wenn du dir nur eine Regel merkst, dann diese: In der Kabine sitzt oder liegst du immer komplett auf deinem Tuch – auch die Füße. Schweiß zieht ins Holz ein und lässt sich kaum wieder entfernen. Deshalb sollte das Tuch so lang sein, dass du dich darauf ausstrecken kannst. Für die meisten Menschen passt ein Tuch mit 180 × 100 cm, große Menschen greifen besser zu 200 cm Länge wie beim Hamamtuch Ocean StayOn (200 × 70 cm).
Viele Saunagänger nehmen zwei Tücher mit: eines für die Bank, eines zum Abtrocknen. So setzt du dich nie auf ein nasses Tuch. Mit leichten Hamamtüchern ist das kein Gewichtsproblem. Warum das Tuch in der textilfreien Sauna dein wichtigstes Teil ist, liest du in Textilfreie Sauna.
In der Kabine: Platz, Ruhe, Rücksicht
In der Kabine zählen kleine Gesten. Diese Punkte gehören in fast jeder Sauna zur guten Sauna-Knigge:
- Tür zügig schließen: Jede offene Sekunde lässt Wärme entweichen.
- Kurz grüßen: Ein leises „Hallo“ beim Hereinkommen ist üblich, mehr muss nicht sein.
- Platz lassen: Wenn es voll ist, setzt du dich hin, statt dich lang auszustrecken. Wo es wie heiß ist, erklärt Oben oder unten? Welche Bank in der Sauna die richtige ist.
- Leise sein: Kurze, gedämpfte Gespräche sind in vielen Saunen in Ordnung, laute Unterhaltungen nicht.
- Nicht starren: Nacktheit ist in der Sauna normal. Blicke bleiben trotzdem bei dir.
- Keine Körperpflege in der Kabine: Peelings, Rasieren oder Haare kämmen gehören in die Dusche, nicht auf die Bank.
- Latschen draußen lassen: Badeschuhe stellst du üblicherweise vor der Kabinentür ab.
- Auf dich hören: Ein Saunagang dauert üblicherweise etwa 8 bis 15 Minuten. Wird es dir zu viel, gehst du einfach – das ist keine Unhöflichkeit. Mehr zur Dauer steht in Wie lange in die Sauna?
Aufguss-Knigge: pünktlich rein, nicht selbst wedeln
Der Aufguss ist für viele der Höhepunkt des Saunatags. Damit er für alle funktioniert, gelten ein paar zusätzliche Regeln:
- Rechtzeitig da sein: Komm einige Minuten vor Beginn, dann ist die Tür zu, wenn es losgeht.
- Nicht während des Aufgusses rein oder raus: Jede geöffnete Tür kostet Hitze. Wenn es dir zu heiß wird, gehst du natürlich trotzdem – am besten in einer Pause zwischen den Runden und nach kurzer Absprache mit dem Saunameister.
- Nicht selbst aufgießen: In Saunen mit Aufgussplan gießt nur das Personal auf.
- Nicht selbst wedeln: Das Verteilen der Hitze mit dem Tuch ist Sache des Saunameisters. Was er dabei genau macht, erklärt Saunatuch beim Aufguss.
- Ruhig bleiben: Während des Aufgusses wird nicht geredet. Applaus am Ende ist in vielen Saunen üblich.
Abkühlen: erst abduschen, dann ins Becken
Nach dem Saunagang kühlst du ab – an der frischen Luft, unter der kalten Dusche, im Tauchbecken oder im Schwimmteich. Die wichtigste Regel: Bevor du in ein Tauchbecken oder einen Teich steigst, duschst du den Schweiß ab. Ein Becken ist kein Waschbecken.
Übliche Reihenfolge: kurz an die frische Luft, dann kalt abduschen, am Ende eventuell ins Tauchbecken. Welche Abkühlung zu dir passt, steht in Abkühlen nach dem Saunagang.
Ruhebereich: Liegen teilen statt reservieren
Zwischen den Gängen ruhst du dich aus, meist so lange wie der Saunagang selbst oder länger. Auch hier gilt die Tuch-Regel: Auf die Liege kommt ein Tuch, auch wenn du einen Bademantel trägst. Ein Liegetuch mit Tasche für die Rückenlehne wie das StayOn bleibt dabei an Ort und Stelle.
Ein häufiger Ärger in vielen Saunen: Liegen, die mit Tüchern „reserviert“ werden, während der Besitzer stundenlang woanders ist. Fair ist, eine Liege zu nutzen, solange du dort ruhst oder kurz in der Kabine bist, und sie danach freizugeben. Viele Saunen räumen verwaiste Tücher nach einer gewissen Zeit ab. Die ungeschriebenen Regeln im Ruheraum – vom Lesen bis zum Schnarchen – haben wir in der Ruheraum-Knigge gesammelt.
Sauna-Knigge in Dampfbad, Biosauna und Infrarotkabine
Die Grundregeln gelten überall, doch je nach Saunaart gibt es kleine Unterschiede:
- Finnische Sauna: Heiß und trocken, hier gilt die Tuch-Regel am strengsten. Aufgüsse finden meist nach Plan statt.
- Dampfbad: Die Bänke sind meist gefliest, die Luft ist feucht. Üblich ist, den Sitzplatz vorher und nachher mit dem bereitliegenden Schlauch oder der Brause abzuspülen. Ein Sitztuch ist trotzdem angenehm, ein dickes Frotteetuch saugt sich aber schnell voll. Mehr dazu in Saunatuch im Dampfbad.
- Biosauna oder Sanarium: Milder und oft mit Licht oder Duft. Gerade hier suchen viele Gäste Ruhe, Gespräche sind besonders unpassend.
- Infrarotkabine: Meist kleiner, oft für eine oder zwei Personen. Auch hier gehört ein Tuch zwischen Haut und Holz.
Einen Überblick über die verschiedenen Arten gibt Saunaarten im Überblick.
Zu zweit, in der Gruppe, mit Kindern
Gemeinsam in die Sauna zu gehen, ist schön – solange die anderen Gäste nichts davon mitbekommen. Paare halten sich mit Zärtlichkeiten zurück, Gruppen verteilen sich lieber auf mehrere Kabinen, statt eine ganz zu füllen und sich zu unterhalten. Wie ihr den Besuch zu zweit entspannt gestaltet, steht in Saunabesuch zu zweit.
Ob und ab welchem Alter Kinder mit in die Sauna dürfen, regelt jede Anlage selbst. Manche bieten eigene Familienzeiten an. Kinder sollten die Regeln vorher kennen, besonders die Tuch-Regel und das ruhige Verhalten im Ruhebereich.
Wenn sich jemand nicht an die Sauna-Knigge hält
Nicht jeder kennt die Regeln. Ein freundlicher, leiser Hinweis wirkt meist besser als ein genervter Blick, etwa: „Hier legt man das Tuch auch unter die Füße.“ Bei wiederholten Störungen oder Fragen der Sicherheit ist das Personal der richtige Ansprechpartner. Für Neulinge gilt: Wer unsicher ist, schaut sich in den ersten Minuten an, wie es die anderen machen, oder fragt einfach nach.
Nackt oder mit Badekleidung?
In deutschen Saunen ist es üblich, in der Kabine nackt auf dem Tuch zu sitzen. Badekleidung ist dort meist nicht erwünscht, weil sie Schweiß und Chlorwasser aus dem Bad speichert. Im Ruhebereich und auf den Wegen trägst du einen Bademantel oder wickelst dich in ein Tuch. Wo du den Bademantel trägst und wo nicht, steht in Bademantel in der Therme.
Im Ausland sieht die Sauna-Knigge oft anders aus: In vielen Ländern wird in öffentlichen Saunen Badekleidung erwartet, und Männer und Frauen saunieren teils getrennt. Auch in Deutschland gibt es Textilsaunen und Damensaunen. Ein Blick in die Hausordnung klärt das vor dem Besuch.
Rücksicht auf dich und andere
Zur Sauna-Knigge gehört auch, dass du gut auf dich achtest:
- Krank bleibst du zu Hause: Mit Erkältung oder Fieber schonst du dich und steckst niemanden an.
- Kein Alkohol: Hitze und Alkohol passen nicht zusammen.
- Genug trinken: Wasser oder Tee zwischen den Gängen, nicht in der Kabine selbst.
- Gesundheitliche Fragen: Wenn du unsicher bist, ob Saunieren für dich passt, kläre das vorher ärztlich ab.
Nach dem letzten Gang: ordentlich gehen
Auch der Abschied gehört zur Sauna-Knigge. Nach dem letzten Abkühlen duschst du noch einmal warm, diesmal gern mit Duschgel, und cremst dich erst danach ein – in der Dusche oder Umkleide, nicht im Ruhebereich. Lange Haare föhnst du im dafür vorgesehenen Bereich. Tipps für Frisur und Haarpflege gibt es in Sauna mit langen Haaren.
- Alle Tücher mitnehmen: Liegetuch, Sitztuch und Handtuch gehören in deine Tasche, nicht in den Ruheraum.
- Liege freigeben: Decken oder Kissen der Sauna legst du so zurück, wie du sie vorgefunden hast.
- Nasse Tücher nicht ausbreiten: Heizkörper und Liegen im Ruhebereich sind kein Wäscheständer.
- Getränke und Becher wegräumen: Leere Flaschen und Becher kommen in den Müll oder zurück an die Bar.
Die häufigsten Fauxpas
Diese kleinen Fehler gegen die Sauna-Knigge stören andere Gäste am häufigsten:
- Zu kurzes Tuch, die Füße stehen auf dem Holz.
- Nass oder ungeduscht in die Kabine.
- Während des Aufgusses die Tür öffnen.
- Verschwitzt ins Tauchbecken.
- Liegen mit Tüchern blockieren.
- Laute Gespräche oder das Handy im Ruhebereich.
- Das Tuch über die Bankkante auf die Gäste darunter hängen lassen – oder in die Nähe des Ofens legen.
Passend dazu: Ruheraum-Knigge: Die ungeschriebenen Regeln der Saunapause · Abkühlen nach dem Saunagang: Frischluft, Dusche, Tauchbecken · Sauna-Begriffe erklärt: Das Glossar von Aufguss bis Wenik
Fazit
Die Sauna-Knigge lässt sich auf wenige Punkte bringen: vorher duschen und abtrocknen, immer komplett auf dem Tuch sitzen, beim Aufguss pünktlich sein und nicht selbst wedeln, vor dem Tauchbecken abduschen und im Ruhebereich leise sein und keine Liegen reservieren. Wer das beherzigt, ist in jeder deutschen Sauna ein gern gesehener Gast – und im Zweifel hilft ein Blick in die Hausordnung.
Häufige Fragen
Was ist die wichtigste Regel in der Sauna?
Kein Schweiß aufs Holz: Du sitzt oder liegst immer komplett auf deinem Tuch, auch mit den Füßen. Deshalb sollte das Tuch mindestens so lang sein wie du.
Darf man in der Sauna reden?
Leise und kurz ja, in den meisten Saunen. Während des Aufgusses und im Ruhebereich ist Stille üblich.
Muss ich in der Sauna nackt sein?
In den meisten deutschen Saunen ist die Kabine textilfrei, du sitzt nackt auf deinem Tuch. Es gibt aber auch Textilsaunen. Die Hausordnung sagt dir, was gilt.
Darf ich während des Aufgusses rausgehen?
Wenn es dir zu viel wird, ja – deine Gesundheit geht vor. Am besten gehst du in einer Pause zwischen den Runden, damit möglichst wenig Hitze verloren geht.
Wie viele Tücher brauche ich?
Mindestens zwei: eines für die Bank und eines zum Abtrocknen. Für einen langen Tag im Ruhebereich kommt oft ein Liegetuch dazu.
Darf ich eine Liege mit meinem Tuch reservieren?
Kurz, während du in der Kabine bist, ist das üblich. Liegen über Stunden zu blockieren, gilt dagegen als unhöflich und ist in vielen Saunen nicht erlaubt.
Persönlich geschrieben von Martin – Gründer von BeachAndSteam und seit über 18 Jahren Saunabetreiber am Kulkwitzer See.

