Saunaarten im Überblick: von Finnisch bis Dampfbad
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Finnische Sauna, Bio-Sauna, Dampfbad, Infrarotkabine – wer zum ersten Mal in eine größere Saunalandschaft kommt, steht oft vor einem ganzen Gang mit Türen. Die Saunaarten unterscheiden sich vor allem in zwei Werten: Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Dazu kommen Bauweise, Holz, Wärmequelle und Ritual. In diesem Überblick erfährst du, welche Saunaarten es gibt, wie sie sich anfühlen, für wen sie sich eignen und welches Tuch in welche Kabine passt.
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Saunaarten im Vergleich: die Tabelle
Die Werte in der Tabelle sind typische Richtwerte. Jede Sauna regelt ihre Kabinen etwas anders, deshalb hängt an vielen Türen ein Thermometer, manchmal auch ein Hygrometer für die Luftfeuchtigkeit.
| Saunaart | Temperatur (ca.) | Luftfeuchte (ca.) | Charakter |
|---|---|---|---|
| Finnische Sauna | 80–100 °C | 10–20 %, beim Aufguss kurz höher | Klassisch, heiß und trocken |
| Kelo- und Erdsauna | 80–110 °C | Trocken | Rustikal, oft mit Holzofen |
| Rauchsauna | 60–90 °C | Eher weich | Ursprüngliche finnische Form, Rauchduft |
| Bio-Sauna / Sanarium | 45–60 °C | 40–55 % | Mild, oft mit Farblicht und Duft |
| Laconium | 45–55 °C | Gering | Sanfte, trockene Wärme |
| Tepidarium | 35–40 °C | Gering | Warme Liegen und Wände zum Ruhen |
| Infrarotkabine | 35–60 °C Lufttemperatur | Trocken | Wärme durch Strahler, oft für 1–4 Personen |
| Dampfbad / Caldarium | 40–50 °C | Nahe 100 % | Nebel, geflieste Bänke |
| Hamam | 40–50 °C | Hoch | Warmer Stein, Waschungen, Schaum |
| Russische Banja | 60–90 °C | Feucht durch häufige Aufgüsse | Feuchte Hitze, Wenik aus Birkenzweigen |
Als Faustregel gilt: Je feuchter die Luft, desto niedriger ist meist die Temperatur. Feuchte Wärme wird intensiver empfunden, weil Schweiß auf der Haut schlechter verdunstet.
Klassische Saunaarten mit trockener Hitze
Finnische Sauna
Die finnische Sauna ist das, was die meisten mit dem Wort Sauna verbinden: eine Holzkabine mit mehreren Bankstufen, ein Ofen mit Steinen und eine Temperatur zwischen 80 und 100 °C. Die Luft ist trocken, bis jemand Wasser auf die heißen Steine gießt. Dieser Aufguss – in Finnland „Löyly“ genannt – lässt kurz eine Welle aus feuchter Hitze durch den Raum ziehen. Oben auf der Bank ist es deutlich heißer als unten. Wer sich an die Hitze herantasten will, setzt sich deshalb zuerst auf die untere Stufe.
Kelosauna
Eine Kelosauna ist im Grunde eine finnische Sauna, aber aus besonderem Holz gebaut: Kelo sind Kiefern, die in Lappland über Jahre stehend abgestorben und dabei getrocknet sind. Das silbrig-graue Holz duftet harzig und gibt der Kabine eine urige Atmosphäre. Viele Saunalandschaften bauen ihre Kelosauna als eigenes Blockhaus im Garten.
Erdsauna
Bei der Erdsauna ist die Kabine teilweise in den Boden oder einen Hang eingelassen. Das Erdreich hält die Wärme gut, beheizt wird oft mit einem Holzofen. Erdsaunen gehören in vielen Anlagen zu den heißesten Kabinen, Temperaturen über 100 °C sind keine Seltenheit. Sie sind eher etwas für erfahrene Saunagänger.
Rauchsauna
Die Rauchsauna (finnisch „savusauna“) ist die älteste Form der finnischen Sauna. Sie hat keinen Schornstein: Der Ofen wird stundenlang angeheizt, der Rauch zieht durch die Kabine und wird vor dem Saunieren abgelassen. Zurück bleiben eine weiche, gleichmäßige Wärme und ein typischer Rauchduft. In Deutschland ist sie selten, weil der Aufwand groß ist.
Milde Saunaarten für sanfte Wärme
Bio-Sauna und Sanarium
Bio-Sauna, Sanarium oder Softsauna sind verschiedene Namen für eine ähnliche Idee: eine Holzkabine mit 45 bis 60 °C und spürbar feuchterer Luft als in der finnischen Sauna. Oft gibt es Farblicht, Kräuter- oder Duftschalen auf dem Ofen und leise Musik. Weil die Wärme milder ist, bleiben viele hier länger sitzen. Für Einsteiger ist das eine gute Kabine, um sich an das Saunieren zu gewöhnen.
Laconium
Das Laconium geht auf römische Badeanlagen zurück. Die Wärme kommt meist aus Wänden, Boden und Bänken, die Luft ist trocken und die Temperatur liegt etwa bei 45 bis 55 °C. Du schwitzt langsamer, dafür ist der Aufenthalt entspannt. Gut geeignet als Einstieg in den Saunatag oder für Menschen, die große Hitze als unangenehm empfinden.
Tepidarium
Im Tepidarium ist es nur handwarm, um 35 bis 40 °C. Beheizte Liegen und Wände sorgen für eine gleichmäßige Wärme. Streng genommen ist es weniger eine Schwitzkabine als ein warmer Ruheraum. Viele nutzen es zwischen den Saunagängen oder zum Aufwärmen nach dem Abkühlen im Freien.
Infrarotkabine
Die Infrarotkabine arbeitet anders als alle anderen Saunaarten: Statt die Luft stark zu erhitzen, erwärmen Strahler direkt die Haut. Die Lufttemperatur bleibt deshalb vergleichsweise niedrig. Man sitzt meist auf einer Bank mit Rückenlehne, die Strahler sind auf Rücken oder Beine ausgerichtet. Infrarotkabinen sind klein, schnell aufgeheizt und deshalb auch für zu Hause beliebt. Was du dort an Tüchern brauchst, steht im Beitrag Saunatuch für die Infrarotkabine.
Feuchte Wärme: Dampfbad, Hamam und Banja
Dampfbad und Caldarium
Im Dampfbad sind es nur rund 40 bis 50 °C, dafür liegt die Luftfeuchtigkeit nahe 100 %. Ein Dampferzeuger füllt den Raum mit Nebel, die Bänke sind meist gefliest. Das Caldarium stammt wie das Laconium aus der römischen Badekultur und ist heute oft ein Dampfbad mit Duftzusätzen. Weil der Schweiß nicht verdunstet, fühlt sich die Wärme intensiver an, als das Thermometer vermuten lässt. Welches Tuch sich für die nasse Umgebung eignet, erklären wir unter Saunatuch im Dampfbad.
Hamam
Das Hamam ist mehr Waschritual als Schwitzbad. Im Zentrum steht ein beheizter Marmorstein, auf dem man liegt, dazu kommen warme Waschungen, das Abreiben mit dem Kese-Handschuh und eine Schaummassage. Das Tuch, das dabei um die Hüften gewickelt wird, ist das Peshtemal – bei uns als Hamamtuch bekannt. Wie ein Besuch abläuft, liest du im Beitrag Hamambesuch: Ablauf.
Russische Banja
Die Banja verbindet Hitze mit viel Feuchtigkeit: Es wird häufig aufgegossen, die Luft ist dicht und warm. Typisch ist der Wenik, ein Bündel aus Birken- oder Eichenzweigen, mit dem die Haut abgeklopft wird. Danach geht es zum Abkühlen nach draußen, im Winter auch mal in den Schnee. Mehr über die Rituale findest du unter Banja-Rituale.
Besondere Bauformen und Konzepte
Neben den klassischen Saunaarten gibt es Kabinen, die sich eher durch Bauweise, Lage oder Konzept unterscheiden:
- Außen- und Panoramasauna: Meist finnisch temperiert, aber mit großem Fenster zu Garten, Wald oder Wasser. Der Blick nach draußen macht den Saunagang besonders ruhig.
- Fasssauna: Eine runde Kabine in Fassform, beliebt im Garten und auf Campingplätzen. Die Form sorgt für einen kompakten Innenraum, der schnell warm wird.
- Salz- oder Solesauna: Wände aus Salzsteinen oder eine Verneblung von Sole geben der Kabine ihren Charakter. Meist ist es hier milder als in der finnischen Sauna.
- Aufgusssauna: Eine große finnische Kabine, in der zu festen Zeiten Aufgüsse stattfinden, oft mit Wedeln von Handtüchern und wechselnden Düften.
- Textilsauna: Hier sauniert man in Badekleidung. In Deutschland ist textilfrei üblich, in Hotels und im Ausland gibt es aber häufig Textilbereiche.
- Kindersauna: Manche Bäder bieten Kabinen mit niedrigeren Temperaturen und kürzeren Gängen für Familien an.
Welche Saunaart passt zu dir?
Es gibt keine beste Saunaart, nur die, die zu dir und deinem Tag passt. Ein paar Orientierungspunkte:
| Du … | Probier zuerst |
|---|---|
| bist zum ersten Mal in der Sauna | Bio-Sauna oder die untere Bank der finnischen Sauna |
| magst es heiß und kurz | Finnische Sauna, Erd- oder Kelosauna |
| findest trockene Hitze anstrengend | Laconium oder Dampfbad |
| willst vor allem entspannen | Tepidarium, Bio-Sauna mit Farblicht |
| suchst Gemeinschaft und Ritual | Aufgusssauna oder Banja |
| möchtest zu Hause schwitzen | Infrarotkabine oder kleine finnische Heimsauna |
Viele Saunagänger steigern sich im Laufe des Tages: zuerst eine milde Kabine, später die heißere. Das ist keine feste Regel, aber ein gängiger Weg, den eigenen Körper nicht gleich zu überfordern. Wie lange du in welcher Kabine bleibst, entscheidest du nach Gefühl. Bei gesundheitlichen Fragen klärst du vorher ärztlich ab, welche Saunaarten für dich in Frage kommen.
Welches Tuch passt zu welcher Saunaart?
In fast allen Kabinen gilt: Kein Schweiß aufs Holz. Du sitzt oder liegst also so auf deinem Tuch, dass auch die Füße darauf Platz haben. Je nach Saunaart sind die Anforderungen aber leicht unterschiedlich.
Finnische Sauna, Bio-Sauna, Laconium
Hier brauchst du ein großes Liegetuch. Das Hamamtuch Ocean misst 180 × 100 cm, ist aus 100 % Baumwolle flach gewebt und trocknet zwischen den Gängen schnell. Nach unserer Erfahrung aus der Meri Sauna ist ein Hamamtuch im Raum in etwa 60 Minuten trocken, in der Sonne in rund 30 Minuten. Wer ein dickeres Tuch mag, greift zum DOTWAVE Saunatuch XL mit 90 × 175 cm.
Dampfbad und Hamam
In feuchter Wärme spielt das Hamamtuch seine Herkunft aus: Es ist leicht, wird auch nass nicht schwer und lässt sich um die Hüften wickeln. In vielen Dampfbädern sitzt man allerdings direkt auf der Fliese, die vorher mit Wasser abgespült wird. Halte dich hier an die Hausregeln.
Infrarotkabine
Ein Tuch als Unterlage für die Bank und eines für die Rückenlehne. Ein schmales, langes Tuch wie das Hamamtuch Ocean StayOn mit 200 × 70 cm passt gut, die eingenähte Tasche ist eigentlich für die Rückenlehne der Liege im Ruhebereich gedacht.
Zwischen den Gängen
Für den Weg zwischen den Kabinen und die Ruhepause brauchst du etwas Leichtes zum Überziehen. Der Trimita Barok Bademantel aus türkischer Baumwolle ist kein Frottee, sondern eine leichte Baumwollqualität, die schnell trocknet.
Passend dazu: Badekulturen der Welt: von Sauna und Hamam bis Onsen · Sauna-Begriffe erklärt: Das Glossar von Aufguss bis Wenik · Gute Sauna erkennen: die Checkliste für Gäste
Fazit
Die Saunaarten unterscheiden sich vor allem in Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Ritual: trocken und heiß in der finnischen Sauna, mild in Bio-Sauna und Laconium, feucht im Dampfbad, im Hamam und in der Banja, strahlend in der Infrarotkabine. Probier dich durch, beginne eher mild und hör auf deinen Körper. Ein leichtes, großes Hamamtuch passt in fast jede Kabine – und ist zwischen den Gängen schnell wieder trocken.
Häufige Fragen
Welche Saunaart ist die heißeste?
Meist die finnische Sauna, die Erdsauna oder die Kelosauna mit 80 bis über 100 °C. Wie heiß es sich anfühlt, hängt aber auch von der Luftfeuchtigkeit und vom Platz auf der Bank ab.
Was ist der Unterschied zwischen Bio-Sauna und Dampfbad?
Die Bio-Sauna ist eine Holzkabine mit 45 bis 60 °C und mittlerer Luftfeuchte. Das Dampfbad ist mit 40 bis 50 °C kühler, aber fast vollständig mit Dampf gesättigt.
Ist eine Infrarotkabine eine richtige Sauna?
Sie gehört zu den Saunaarten im weiteren Sinn, funktioniert aber anders: Strahler erwärmen den Körper direkt, die Luft bleibt vergleichsweise kühl. Aufgüsse gibt es dort nicht.
Welche Saunaart eignet sich für Anfänger?
Viele beginnen in der Bio-Sauna oder setzen sich in der finnischen Sauna auf die untere Bank. Dort ist es spürbar milder als oben.
Brauche ich für jede Kabine ein eigenes Tuch?
Nicht unbedingt. Ein trockenes Tuch für die Bank ist aber angenehmer. Viele nehmen zwei Hamamtücher mit: eins für die Kabine, eins zum Abtrocknen und für die Liege.
Persönlich geschrieben von Martin – Gründer von BeachAndSteam und seit über 18 Jahren Saunabetreiber am Kulkwitzer See.

