Sauna-Begriffe erklärt: Das Glossar von Aufguss bis Wenik
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Aufguss, Löyly, Kneippschlauch, Peshtemal: Wer neu in die Sauna kommt, hört viele Sauna-Begriffe, die nicht jeder sofort einordnen kann. Manche stammen aus dem Finnischen, andere aus dem Türkischen oder Russischen, einige sind schlicht Fachjargon von Saunabetreibern. In diesem Glossar findest du die wichtigsten Begriffe nach Themen sortiert und kurz erklärt – damit du beim nächsten Besuch Aufgussplan, Hausordnung und Gespräche an der Bar ohne Rätselraten verstehst.
Inhalt9
Sauna-Begriffe: Kabinen und Saunaarten
Das erste Wort auf jedem Plan einer Saunalandschaft ist meist die Kabine. Diese Sauna-Begriffe beschreiben, wie heiß und wie feucht es dort ist. Einen ausführlichen Vergleich mit Vor- und Nachteilen liest du im Beitrag Saunaarten im Überblick.
| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| Finnische Sauna | Die klassische Kabine: üblicherweise etwa 80 bis 100 °C bei trockener Luft. Feuchter wird es nur beim Aufguss. |
| Bio-Sauna | Mildere Variante mit etwa 45 bis 60 °C und etwas höherer Luftfeuchtigkeit. Oft mit Farblicht oder Kräuterduft. |
| Sanarium | Ursprünglich ein Markenname, wird aber häufig als Synonym für die Bio-Sauna verwendet. |
| Dampfbad | Etwa 40 bis 50 °C bei sehr hoher Luftfeuchtigkeit. Die Wände und Bänke sind meist gefliest, damit sie das Wasser vertragen. |
| Infrarotkabine | Strahler erwärmen vor allem den Körper, die Raumluft bleibt vergleichsweise kühl. |
| Kelo-Sauna | Sauna aus Kelo-Holz: Kiefern, die lange stehend abgestorben und dabei silbergrau geworden sind. |
| Erdsauna | Teilweise in den Boden oder einen Hügel gebaute Kabine, meist mit Holzofen. |
| Rauchsauna (Savusauna) | Traditionelle finnische Bauart ohne Schornstein. Der Rauch wird vor dem Saunieren abgelassen. |
| Saunalandschaft | Anlage mit mehreren Kabinen, Abkühlbereich, Ruheräumen und meist einem Außenbereich. |
Begriffe rund um den Aufguss
Der Aufguss ist für viele der Höhepunkt eines Saunabesuchs – und gleichzeitig der Bereich mit den meisten Fachwörtern. Wie ein Aufguss abläuft und worauf du dabei achten kannst, steht im Artikel Saunatuch beim Aufguss.
- Aufguss: Wasser, oft mit ätherischen Ölen oder anderen Duftzusätzen, wird auf die heißen Saunasteine gegossen. Die Luftfeuchtigkeit steigt, die Hitze wird kurz deutlich intensiver.
- Löyly: Finnisch für den Dampf, der beim Aufgießen entsteht. In Finnland steht das Wort fast für die Seele der Sauna.
- Saunameister oder Aufgießer: Die Person, die den Aufguss durchführt, die Abläufe ansagt und die Luft verteilt.
- Wedeln: Mit einem Handtuch wird die heiße Luft gezielt zu den Gästen gefächert. Je nach Stil ruhig oder fast akrobatisch.
- Aufgussplan: Aushang mit Uhrzeiten, Kabinen und Art der Aufgüsse. Wer pünktlich sein möchte, schaut hier zuerst.
- Kübel und Kelle: Holzeimer mit Wasser und langstielige Schöpfkelle zum Aufgießen.
- Eisaufguss: Statt Wasser schmelzen Eiswürfel oder Eiskugeln auf den Steinen. Der Dampf entsteht langsamer.
- Salz- oder Honigaufguss: Nach dem Gang wird Salz oder Honig auf die Haut aufgetragen. Ob eigene Zusätze erlaubt sind, regelt jede Sauna selbst.
- Saunaofen und Saunasteine: Der Ofen heizt die Kabine, die Steine speichern die Wärme und verdampfen das Aufgusswasser.
Abkühlen und Ruhen: die Sauna-Begriffe nach dem Gang
Nach dem Schwitzen folgen Abkühlung und Pause. Auch hier begegnen dir eigene Sauna-Begriffe, vor allem auf Schildern im Außenbereich.
- Frischluftbereich oder Saunagarten: Bereich im Freien, in dem du nach dem Gang zuerst die Atemwege mit kühler Luft versorgst.
- Kneippschlauch: Schlauch für gezielte Güsse mit kaltem Wasser, benannt nach Sebastian Kneipp. Man beginnt herzfern, also an Füßen und Händen.
- Schwallbrause: Dusche, aus der ein großer Schwall kaltes Wasser auf einmal kommt.
- Tauchbecken: Kleines Becken mit kaltem Wasser zum kurzen Untertauchen.
- Crushed Ice oder Eisbrunnen: Gestoßenes Eis zum Einreiben, vor allem für Arme und Gesicht.
- Warmes Fußbad: Nach dem Abkühlen sitzen viele mit den Füßen im warmen Wasser, damit sie wieder warm werden.
- Nachschwitzen: Der Körper schwitzt nach dem Abkühlen noch eine Weile weiter. Erst danach anziehen oder in den nächsten Gang gehen.
- Ruheraum: Ruhiger Raum mit Liegen für die Pausen. Hier gilt Stille, mehr dazu im Ruheraum-Knigge.
Textilien und Ausstattung
Viele Sauna-Begriffe drehen sich um das, was du mitbringst. Gerade bei Tüchern werden die Namen oft durcheinandergeworfen.
- Saunatuch: Großes Tuch, auf dem du in der Kabine sitzt oder liegst. Kein Körperteil berührt das Holz direkt.
- Hamamtuch oder Peshtemal: Flach gewebtes Baumwolltuch aus der Hamam-Tradition, leicht und schnell trocknend. Das Hamamtuch Ocean misst ca. 180 × 100 cm und wiegt ca. 400 g. Mehr zur Herkunft steht im Beitrag Was ist ein Peshtemal?
- Liegetuch: Tuch für die Liege im Ruheraum. Das Hamamtuch Ocean StayOn (200 × 70 cm) hat dafür eine eingenähte Tasche, die über die Rückenlehne gezogen wird.
- Saunahut: Kopfbedeckung meist aus Filz, die den Kopf vor der stärksten Hitze schützen soll.
- Saunakilt: Tuch mit Klett- oder Knopfverschluss, das um die Hüfte gewickelt wird.
- Badeschlappen: Gehören im gesamten Bereich an die Füße, aber nicht mit in die Kabine.
- Bademantel: Für Wege und Pausen. Leichte Baumwollqualitäten wie der Trimita Barok Bademantel trocknen schnell. Weitere Modelle findest du bei den Bademänteln.
Abläufe und Regeln
In jeder Saunaordnung tauchen ähnliche Wörter auf. Diese Sauna-Begriffe helfen dir, die Hausregeln richtig zu lesen.
- Saunagang: Ein Aufenthalt in der Kabine, gefolgt von Abkühlen und Ruhe. Zwei bis drei Gänge sind üblich.
- Sanduhr: Hängt in vielen Kabinen an der Wand und läuft meist 15 Minuten. Sie ist eine Orientierung, keine Pflicht.
- Textilfrei: In der Kabine wird ohne Badekleidung sauniert, nur auf dem Tuch.
- Textilsauna: Hier ist Badekleidung ausdrücklich erlaubt oder vorgeschrieben.
- Damensauna: Kabine oder Zeitfenster nur für Frauen.
- Saunanacht: Veranstaltung mit verlängerten Öffnungszeiten und besonderen Aufgüssen.
- Saunaordnung: Die Hausregeln einer Anlage. Sie gehen allgemeinen Tipps immer vor.
Sauna-Begriffe aus anderen Badekulturen
Viele Wörter kommen aus Ländern mit langer Badetradition. Wer mehr über die Hintergründe wissen möchte, findet sie im Beitrag Badekulturen der Welt.
| Begriff | Herkunft | Bedeutung |
|---|---|---|
| Hamam | Türkei, Orient | Dampfbad mit warmem Stein, Waschungen und Seifenschaum |
| Göbek taşı | Türkei | Beheizte Steinplattform in der Mitte des Hamams |
| Kese | Türkei | Rauer Handschuh für die Körperwäsche im Hamam |
| Banja | Russland, Osteuropa | Schwitzbad mit feuchter Hitze und Zweigbündeln |
| Wenik | Russland | Bündel aus Birken- oder Eichenzweigen zum Abklopfen |
| Vihta / Vasta | Finnland | Finnische Namen für das Birkenbündel, je nach Region |
Begriffe, die oft verwechselt werden
Einige Sauna-Begriffe klingen ähnlich oder werden im Alltag gleichgesetzt, obwohl sie Unterschiedliches meinen:
- Dampfbad und Dampfsauna: Beide Wörter meinen meist dasselbe – einen feuchten, mäßig warmen Raum. Mit einer finnischen Sauna hat das wenig zu tun.
- Aufguss und Wedeln: Der Aufguss ist das Gießen von Wasser auf die Steine. Das Wedeln ist der zweite Schritt, bei dem die heiße Luft verteilt wird.
- Hamam und Hamamtuch: Das Hamam ist das Bad, das Hamamtuch das Tuch, das ursprünglich dort genutzt wird. Heute ist es auch in der finnischen Sauna, am Strand und auf Reisen beliebt.
- Kneippen und Tauchbecken: Beim Kneippen kühlst du gezielt einzelne Körperbereiche mit dem Schlauch ab. Im Tauchbecken geht der ganze Körper kurz ins kalte Wasser.
- Ruhepause und Nachschwitzen: Das Nachschwitzen passiert während der Ruhepause. Erst wenn es vorbei ist, ist die Pause wirklich beendet.
Passend dazu: Wie lange in die Sauna? Dauer von Saunagang, Pause und Besuch · Abkühlen nach dem Saunagang: Frischluft, Dusche, Tauchbecken · Gute Sauna erkennen: die Checkliste für Gäste
Fazit
Die meisten Sauna-Begriffe sind schnell gelernt: Sie beschreiben die Kabine, den Aufguss, das Abkühlen oder die Ausstattung. Wer Löyly, Kneippschlauch und Peshtemal einordnen kann, liest Aufgussplan und Saunaordnung entspannter und weiß, was in die Tasche gehört. Und wenn jemand vom Peshtemal spricht, weißt du jetzt: Gemeint ist ein Hamamtuch.
Häufige Fragen
Ist Hamamtuch dasselbe wie Peshtemal?
Ja. Peshtemal (auch Peştemal) ist der türkische Name für das traditionelle, flach gewebte Hamamtuch.
Was bedeutet Löyly?
Löyly ist das finnische Wort für den Dampf, der entsteht, wenn Wasser auf die heißen Saunasteine trifft.
Was ist der Unterschied zwischen Sauna und Dampfbad?
Die finnische Sauna ist heiß und eher trocken, das Dampfbad deutlich kühler, aber sehr feucht.
Was heißt textilfrei?
In textilfreien Bereichen saunierst du ohne Badekleidung, aber immer auf einem Tuch, das den ganzen Körper vom Holz trennt.
Was ist der Unterschied zwischen Saunatuch und Liegetuch?
Das Saunatuch nutzt du in der Kabine, das Liegetuch auf der Liege im Ruheraum. Viele nehmen für beides getrennte Tücher mit.
Persönlich geschrieben von Martin – Gründer von BeachAndSteam und seit über 18 Jahren Saunabetreiber am Kulkwitzer See.
