Saunatuch für den Aufguss: Hamamtücher Ocean in mehreren Farben gestapelt auf einer Saunabank

Saunatuch beim Aufguss: Wedeln, richtig sitzen, Regeln

Beim Aufguss wird es in der Kabine voll, heiß und feucht – und genau dann zeigt sich, ob dein Saunatuch beim Aufguss mitspielt. Zwei Tücher sind im Einsatz: das große Wedeltuch des Saunameisters, das die Hitze verteilt, und dein eigenes Tuch, auf dem du sitzt. Hier erkläre ich dir, was mit dem Tuch des Aufgießers passiert, wie du dein eigenes Tuch richtig auslegst und welche Regeln in fast jeder Sauna gelten.

Inhalt7
  1. Was beim Aufguss mit dem Tuch passiert
  2. Dein Saunatuch beim Aufguss: so liegt es richtig
  3. Regeln rund um den Aufguss
  4. Welches Saunatuch eignet sich für den Aufguss?
  5. Häufige Fehler mit dem Saunatuch beim Aufguss
  6. Fazit
  7. Häufige Fragen

Was beim Aufguss mit dem Tuch passiert

Ein Aufguss läuft in den meisten Saunen nach einem ähnlichen Muster ab: Die Tür wird geschlossen, der Saunameister gießt Wasser – oft mit Duft – in mehreren Runden auf die heißen Steine. Der Dampf steigt zunächst nach oben unter die Decke. Damit die heiße, feuchte Luft bei den Gästen ankommt, wird sie mit einem großen Tuch im Raum verteilt. Das ist der Grund für das typische Wedeln.

Durch die bewegte Luft wird die Wärme auf der Haut deutlich intensiver spürbar, obwohl sich die Temperatur in der Kabine kaum ändert. Viele empfinden genau diesen Hitzeschub als Höhepunkt des Saunagangs. Üblich sind zwei bis drei Aufgussrunden, dazwischen wird gewedelt. Wie lange ein Aufguss dauert, legt jede Sauna selbst fest; viele Aufgüsse sind nach etwa 10 bis 15 Minuten beendet.

Typische Wedeltechniken

  • Fächeln: Das Tuch wird gezielt zu einzelnen Reihen oder Gästen geschwungen. Jeder bekommt eine eigene Hitzewelle ab.
  • Kreisen (Propeller): Das Tuch dreht sich über dem Kopf des Aufgießers und verteilt die Luft gleichmäßig im ganzen Raum.
  • Schlagen: Ein kurzer, kräftiger Schwung schickt einen Hitzestoß in eine bestimmte Richtung.
  • Show-Wedeln: Bei Event-Aufgüssen kommen Figuren, Musik und manchmal mehrere Tücher dazu. Hier geht es auch um Unterhaltung.

Was für ein Tuch nutzt der Saunameister?

Aufgießer arbeiten meist mit einem eigenen Wedeltuch. Gängig sind feste, eher glatte Tücher, die sich gut führen lassen und die Luft kräftig bewegen. Ein flauschiges Badetuch wäre zu schwer und würde sich schnell mit Feuchtigkeit vollsaugen. Für dich als Gast heißt das: Dein Saunatuch beim Aufguss ist kein Wedeltuch. Du brauchst es zum Sitzen und Liegen – das Fächeln übernimmt das Personal.

Dein Saunatuch beim Aufguss: so liegt es richtig

Während des Aufgusses ist die Kabine oft voll besetzt. Wer sonst gern lang liegt, setzt sich beim Aufguss meist hin, damit alle Platz finden. Damit dein Saunatuch auch im Aufguss seinen Zweck erfüllt, hilft diese Reihenfolge:

  1. Vor dem Betreten ausbreiten: Falte dein Tuch schon an der Tür so, dass du es mit einem Griff auslegen kannst. Kurz nach Beginn soll niemand mehr umräumen.
  2. Sitzfläche und Füße abdecken: Lege das Tuch längs, sodass Po, Oberschenkel und Füße auf dem Tuch sind. Beim Sitzen auf der oberen Bank stehen deine Füße auf der Bank darunter – auch dort gehört Stoff hin.
  3. In der eigenen Spur bleiben: Dein Tuch sollte nicht in den Platz deiner Nachbarn ragen. Ein Tuch mit 180 × 100 cm lässt sich dafür einmal längs falten.
  4. Rücken nicht vergessen: Lehnst du dich an die Wand, kommt der Rücken mit dem Holz in Kontakt. Ein Teil des Tuchs kann dafür an der Rückwand hochgezogen werden.
  5. Beim Platzwechsel mitnehmen: Wird es dir oben zu heiß, nimm dein Tuch einfach mit nach unten. Auf den unteren Bänken ist es kühler.

Welche Bankhöhe wie viel Hitze bedeutet, liest du ausführlich in unserem Artikel über die richtige Bank in der Sauna.

Wie groß sollte ein Saunatuch für den Aufguss sein?

Für ein Saunatuch zum Aufguss gilt: Zum Sitzen mit Füßen auf dem Tuch reichen 180 × 100 cm in der Regel aus. Wer sehr groß ist oder sich auch während des Aufgusses hinlegen möchte, ist mit einem längeren Format besser bedient. Zu breite Tücher sind in einer vollen Kabine eher hinderlich – sie lassen sich aber falten.

Situation Was dein Tuch leisten muss Praxis-Tipp
Vor dem Aufguss schnell auslegbar, trocken vorher längs falten, frühzeitig Platz nehmen
Während des Aufgusses Sitzfläche, Füße, ggf. Rücken abdecken; Schweiß aufnehmen im Sitzen bleiben, Tuch nicht schwenken
Platzwechsel nach unten leicht und handlich Tuch mitnehmen, leise wechseln
Nach dem Aufguss Sitztuch ist nass – zum Abtrocknen ein zweites Tuch nehmen nasses Tuch ausgebreitet aufhängen

Regeln rund um den Aufguss

Jede Sauna hat ihre eigene Hausordnung. Einige Punkte sind aber so verbreitet, dass du sie als Faustregel nehmen kannst:

  • Pünktlich sein: In vielen Saunen bleibt die Tür nach Beginn geschlossen. Wer zu spät kommt, wartet auf den nächsten Aufguss.
  • Nicht selbst aufgießen: Bei Aufgüssen mit Personal gießt nur der Saunameister auf. Das gilt auch für das Wedeln mit dem eigenen Tuch.
  • Ruhe halten: Gespräche stören die anderen. Viele Aufgießer erklären kurz den Duft, danach wird es still.
  • Kein Schweiß aufs Holz: Liegt dein Saunatuch beim Aufguss richtig, tropft nichts auf Bank oder Fußboden. Das ist beim Aufguss besonders wichtig, weil du stärker schwitzt.
  • Hinausgehen ist erlaubt: Wird es dir zu viel, steh ruhig auf und geh – am besten zwischen zwei Runden, damit möglichst wenig Hitze entweicht.

Die allgemeinen Tuch-Regeln für jeden Saunagang, also auch ohne Aufguss, haben wir im Sauna-Knigge zusammengefasst. Hier geht es bewusst nur um die besondere Situation in der vollen Aufgusskabine.

Dunkelblaues Hamamtuch Ocean mit bunten Fäden und Fransen auf einer Saunabank

Welches Saunatuch eignet sich für den Aufguss?

Beim Aufguss schwitzt du stärker als bei einem normalen Saunagang, gleichzeitig hast du wenig Platz. An ein Saunatuch für den Aufguss stellen sich deshalb drei Anforderungen: Es sollte groß genug sein, Feuchtigkeit gut aufnehmen und sich leicht falten lassen. Baumwolle ist dafür das gängige Material. Ob du ein flach gewebtes Hamamtuch oder ein dichtes, schweres Saunatuch nimmst, ist vor allem eine Frage des Geschmacks:

Tuch Maße / Gewicht Stärke beim Aufguss
Hamamtuch Ocean 180 × 100 cm, ca. 400 g, 100 % Baumwolle flach gewebt, lässt sich klein falten, trocknet zwischen den Gängen schnell
Hamamtuch ADRIA 180 × 100 cm, ca. 290 g sehr leicht, gut als zweites Tuch für danach
DOTWAVE Saunatuch XL 175 × 90 cm, ca. 900–950 g, 100 % Baumwolle dicht und schwer, für alle, die ein voluminöses Tuch mögen
HOMELEVEL Saunatuch 180 × 100 cm, 100 % Baumwolle klassisches Saunatuch, bei 40 °C waschbar

Ein Punkt wird oft unterschätzt: Nach einem kräftigen Aufguss ist dein Sitztuch feucht. Für die Abkühlung, die Dusche und den Ruheraum ist ein zweites, trockenes Tuch Gold wert. Ein leichtes Hamamtuch braucht dafür kaum Platz in der Tasche. Nach unserer Erfahrung aus der Meri Sauna trocknet ein Hamamtuch in der Sonne in ca. 30 Minuten, im Raum in ca. 60 Minuten – oft also bis zum nächsten Gang.

Häufige Fehler mit dem Saunatuch beim Aufguss

  • Zu spät auslegen: Wer erst nach Beginn sein Tuch ausbreitet, schafft Unruhe und lässt Hitze entweichen, wenn die Tür noch offen war.
  • Tuch zu klein: Ein Handtuch nur unter dem Po reicht nicht – die Füße stehen dann direkt auf dem Holz.
  • Mitwedeln: Selbst fächeln stört den Ablauf und die Nachbarn. Das ist Aufgabe des Aufgießers.
  • Tuch über den Kopf legen: Manche schützen sich so vor der Hitze. Besser ist es, eine Bank tiefer zu gehen; als Kopfschutz gibt es Saunahüte.
  • Nasses Tuch zusammenrollen: Nach dem Aufguss das Tuch nicht feucht in die Tasche stopfen, sondern ausgebreitet aufhängen.

DOTWAVE Saunatuch XL aus Baumwolle in bunten Farben mit Fransen

Passend dazu: Saunaaufguss: Ablauf, Regeln und Tipps – mit Blick in die Meri Sauna · Sauna-Knigge: Die wichtigsten Regeln für deinen Saunabesuch · Oben oder unten? Welche Bank in der Sauna die richtige ist

Fazit

Beim Aufguss teilen sich zwei Tücher die Arbeit: Das Wedeltuch des Saunameisters verteilt die Hitze, dein Saunatuch beim Aufguss sorgt dafür, dass du sauber und bequem sitzt. Leg es früh aus, deck Sitzfläche und Füße ab, bleib in deiner Spur und überlass das Fächeln dem Profi. Mit einem Tuch in 180 × 100 cm und einem zweiten, trockenen Tuch für danach bist du für jeden Aufguss gut ausgestattet.

Häufige Fragen

Darf ich während des Aufgusses die Kabine verlassen?

Ja. Wenn es dir zu heiß wird, geh hinaus – am besten zwischen zwei Aufgussrunden und ohne lange Diskussion. Dein Wohlbefinden geht vor. Bei gesundheitlichen Fragen zum Saunieren klärst du das am besten vorher ärztlich ab.

Darf ich beim Aufguss liegen?

Wenn genug Platz ist, schon. In vollen Kabinen ist es aber üblich, sich hinzusetzen, damit alle Gäste einen Platz bekommen. Wichtig ist in beiden Fällen: Du liegst oder sitzt komplett auf deinem Tuch.

Warum wedelt der Saunameister mit dem Handtuch?

Der Dampf sammelt sich zuerst unter der Decke. Mit dem Wedeltuch wird die heiße, feuchte Luft im Raum verteilt und den Gästen zugefächelt. So wird die Wärme auf der Haut intensiver spürbar.

Reicht ein normales Handtuch für den Aufguss?

Ein kleines Handtuch deckt nur die Sitzfläche ab. Damit auch die Füße auf Stoff stehen, sollte ein Saunatuch für den Aufguss etwa 180 cm lang sein. Ein großes Badetuch oder Hamamtuch erfüllt das.

Wie viele Tücher brauche ich für einen Abend mit mehreren Aufgüssen?

Mindestens zwei: eines zum Sitzen in der Kabine und eines zum Abtrocknen und für den Ruheraum. Wer viele Aufgüsse besucht, freut sich über ein drittes, trockenes Tuch.

Zu den Saunatüchern

Persönlich geschrieben von Martin – Gründer von BeachAndSteam und seit über 18 Jahren Saunabetreiber am Kulkwitzer See.

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