Peshtemal aus flach gewebter Baumwolle: Nahaufnahme von Gewebe und Fransen eines Hamamtuchs Ocean

Peshtemal: Bedeutung, Herkunft und Unterschied zu Hamamtuch und Fouta

Peshtemal, Peştemal, Pestemal, Hamamtuch, Fouta, Turkish Towel – für sehr ähnliche Tücher kursieren viele Namen. Ein Peshtemal ist das traditionelle türkische Badetuch: groß, flach gewebt, meist aus Baumwolle und mit Fransen an den kurzen Seiten. In diesem Ratgeber erfährst du, was der Begriff bedeutet, woher das Peshtemal kommt, welche Schreibweisen es gibt, wie es sich von Fouta, Pareo und Frottee unterscheidet und woran du ein gut gemachtes Tuch erkennst.

Inhalt10
  1. Was ist ein Peshtemal?
  2. Herkunft: vom Hamam in den Alltag
  3. Peshtemal, Pestemal, Hamamtuch: die Schreibweisen
  4. Peshtemal oder Fouta: Wo ist der Unterschied?
  5. Abgrenzung zu Pareo, Sarong und Frottee
  6. Wofür du das Tuch heute nutzen kannst
  7. Woran du ein gutes Peshtemal erkennst
  8. Unsere Peshtemals
  9. Fazit
  10. Häufige Fragen

Was ist ein Peshtemal?

„Peştemal“ ist das türkische Wort für das Tuch, das traditionell im Hamam, dem türkischen Bad, verwendet wird. Das „ş“ spricht man wie „sch“, also ungefähr „Pesch-te-mal“. Weil es auf vielen Tastaturen fehlt, hat sich in Deutschland und international die Schreibweise Peshtemal durchgesetzt. Im Deutschen sagen die meisten einfach Hamamtuch, im Englischen „Turkish towel“ oder „hammam towel“. Gemeint ist in der Regel dasselbe Tuch.

Typisch für das Tuch sind:

  • Flache Webart: keine Frotteeschlingen, sondern eng und glatt verwebte Fäden.
  • Großes Format: üblich sind etwa 180 × 100 cm – genug, um sich komplett einzuwickeln.
  • Fransen: an den beiden kurzen Seiten, oft von Hand geknüpft.
  • Eingewebte Muster: Streifen, Rauten oder andere Motive entstehen beim Weben, sie sind nicht aufgedruckt.
  • Geringes Gewicht: deutlich leichter als ein Frotteetuch gleicher Größe.

Herkunft: vom Hamam in den Alltag

Das Peshtemal gehört seit Jahrhunderten zur Badekultur im Gebiet der heutigen Türkei und war schon im Osmanischen Reich fester Bestandteil des Hamambesuchs. Badende wickelten sich darin ein – als Sichtschutz, als Unterlage auf dem warmen Stein und zum Abtrocknen. In der feuchtwarmen Luft eines Hamams war ein leichtes, schnell trocknendes Tuch praktischer als ein schweres.

Der Name wird häufig auf das persische „puštmāl“ zurückgeführt, was sinngemäß mit „Rückentuch“ übersetzt wird. Traditionell waren die Tücher oft rot mit schlichten dunklen oder hellen Streifen; je nach Region entwickelten sich eigene Farben und Muster. Gewebt wurde auf Handwebstühlen – ein Handwerk, das es bis heute gibt. Wie die Tücher entstehen, erklären wir ausführlich im Beitrag über die Herstellung auf alten Webstühlen.

Heute begegnet dir das Tuch weit über das Hamam hinaus: in der Sauna, am Strand, auf Reisen und zu Hause.

Peshtemal, Pestemal, Hamamtuch: die Schreibweisen

Wer nach dem Tuch sucht, stößt auf viele Varianten. Die wichtigsten auf einen Blick:

Begriff Sprache / Herkunft Bedeutung
Peştemal Türkisch, Originalschreibweise traditionelles Hamamtuch
Peshtemal international übliche Umschrift dasselbe Tuch
Pestemal, Peştamal vereinfachte bzw. regionale Varianten dasselbe Tuch
Hamamtuch, Hammamtuch Deutsch dasselbe Tuch
Turkish towel, hammam towel Englisch dasselbe Tuch
Fouta, Futa Nordafrika, v. a. Tunesien sehr ähnliches, flach gewebtes Tuch

Peshtemal oder Fouta: Wo ist der Unterschied?

Die Fouta ist das nordafrikanische Gegenstück, vor allem aus Tunesien bekannt. Auch sie ist flach gewebt, meist aus Baumwolle und hat Fransen. Im Handel werden beide Begriffe oft gleichbedeutend verwendet. Der wichtigste Unterschied liegt in der Herkunft und Tradition: Das Peshtemal stammt aus der türkischen Hamamkultur, die Fouta aus dem Maghreb. Bei Mustern und Formaten gibt es auf beiden Seiten eine große Vielfalt, sodass du einem Tuch im Laden nicht immer ansiehst, ob es als Fouta oder als Peshtemal verkauft wird.

Für dich als Käufer ist der Name deshalb weniger wichtig als die Qualität: Material, Dichte des Gewebes und Verarbeitung der Fransen. Leichte Badetücher gibt es übrigens in vielen Badetraditionen rund um die Welt – vom Hamam über die finnische Sauna bis zum japanischen Onsen. Wie unterschiedlich diese Kulturen sind, zeigt unser Überblick über die Badekulturen der Welt.

Abgrenzung zu Pareo, Sarong und Frottee

  • Pareo und Sarong: Das sind keine Tücher zum Abtrocknen, sondern Wickelkleidung – oft aus dünner Viskose oder Baumwolle. Ein Hamamtuch lässt sich zwar auch als Pareo binden, ist aber in erster Linie ein Badetuch.
  • Frottee: Frottee hat Schlingen, die viel Wasser aufnehmen und flauschig wirken, aber schwer sind und lange trocknen. Das türkische Badetuch ist dünner, leichter und schneller wieder trocken.
  • Mikrofaser: Kunstfasertücher sind ebenfalls leicht, fühlen sich aber anders an. Das klassische Hamamtuch besteht aus Naturfasern, meist Baumwolle.

Wofür du das Tuch heute nutzen kannst

Was im Hamam praktisch war, ist es auch im Alltag geblieben: Das Tuch ist leicht, braucht wenig Platz und trocknet schnell. Die häufigsten Einsatzbereiche:

  • Sauna: als Unterlage auf der Bank – mit 180 cm Länge liegst du komplett darauf – und zum Einwickeln im Ruheraum.
  • Strand und Badesee: Sand lässt sich von der glatten Webart leicht ausschütteln, und nach dem Baden ist das Tuch schnell wieder trocken.
  • Reisen: Gefaltet passt es ins Handgepäck und ersetzt Badetuch, Schal und leichte Decke.
  • Zu Hause: als Badetuch, Sofaüberwurf, Tischdecke oder Picknickdecke.
  • Im Hamam: nach wie vor um die Hüfte oder den Körper gewickelt, ganz wie früher.

Nach unserer Erfahrung aus der Meri Sauna trocknet ein Hamamtuch in der Sonne in etwa 30 Minuten, im Raum in rund 60 Minuten – einer der Gründe, warum flach gewebte Tücher in der Sauna so beliebt sind.

Woran du ein gutes Peshtemal erkennst

Ob im Urlaub auf dem Basar oder online – diese Punkte helfen bei der Einschätzung:

  1. Material: Steht 100 % Baumwolle drauf? Mischgewebe sind nicht schlecht, aber anders.
  2. Gewebe: Halte das Tuch gegen das Licht. Ein gleichmäßiges, dichtes Gewebe ist ein gutes Zeichen.
  3. Muster: Ist es eingewebt oder nur aufgedruckt? Eingewebte Muster sind meist auf beiden Seiten zu sehen.
  4. Fransen: Sind die Knoten fest und gleichmäßig? Kleine Unterschiede sind bei Handarbeit normal.
  5. Gewicht und Größe: Die Angaben sollten klar genannt sein. Unsere Tücher im Format 180 × 100 cm wiegen je nach Modell zwischen ca. 270 g und ca. 470 g.
  6. Pflegeangaben: Ein seriöser Anbieter nennt Temperatur und Trocknung.

Mehr Tipps für den Kauf vor Ort findest du im Beitrag über Hamamtücher aus der Türkei.

Hamamtuch SULTAN als klassisches Peshtemal in verschiedenen Farben

Unsere Peshtemals

Bei uns heißen sie Hamamtücher – gemeint ist das Peshtemal. Einige Beispiele mit belegten Angaben aus den Produktbeschreibungen:

  • Hamamtuch SULTAN: ca. 180 × 100 cm, ca. 270 g, 100 % OEKO-TEX-zertifizierte Baumwolle, in traditioneller Handarbeit an der Ägäischen Küste der Türkei gefertigt, handgeknüpfte Fransen.
  • Hamamtuch Colombia: laut Produktdetails 180 × 95 cm, ca. 450 g, handgewebt aus OEKO-TEX-zertifizierter Baumwolle, gefertigt in der Türkei.
  • Mini Hamamtuch Diamant: das kleine Format mit ca. 90 × 45 cm und Diamant-Muster, ebenfalls von der Ägäischen Küste.

Alle Modelle findest du in unserer Kollektion Hamamtücher.

Passend dazu: Hamamtuch Herstellung: vom Garn über den Webstuhl bis zur Franse · Hamamtuch-Muster erklärt: Streifen, Raute, Diamant, Fischgrät & Co. · Hamamtuch aus der Türkei: So erkennst du im Urlaub gute Qualität

Fazit

Ein Peshtemal ist das traditionelle türkische Hamamtuch: flach gewebt, meist aus Baumwolle, mit Fransen und eingewebten Mustern. Peştemal, Peshtemal, Pestemal und Hamamtuch meinen dasselbe Tuch, die Fouta ist ihr nordafrikanischer Verwandter. Wichtiger als der Name sind Material, Gewebe und Verarbeitung – dann ist das Tuch in Sauna, am Strand und zu Hause ein leichter, vielseitiger Begleiter.

Häufige Fragen

Wie spricht man Peştemal aus?

Das „ş“ wird wie „sch“ gesprochen, also ungefähr „Pesch-te-mal“.

Ist ein Peshtemal dasselbe wie ein Hamamtuch?

Ja. Peştemal ist der türkische Name, Hamamtuch der deutsche Begriff für dasselbe Tuch.

Ist eine Fouta ein Peshtemal?

Nicht ganz: Beide sind flach gewebte Tücher mit Fransen, die Fouta stammt aber aus Nordafrika, das Peshtemal aus der türkischen Hamamkultur. Im Handel werden die Namen oft vermischt.

Wie groß ist ein Peshtemal?

Üblich ist etwa 180 × 100 cm. Es gibt aber auch kleine Formate wie 90 × 45 cm und große bis XXL.

Wie wasche ich ein Peshtemal?

Bei unseren Modellen bei 30 °C, ohne Weichspüler und an der Luft trocknen. Alle Details stehen in unserem Ratgeber zum Waschen von Hamamtüchern.

Peshtemals bei uns entdecken

Persönlich geschrieben von Martin – Gründer von BeachAndSteam und seit über 18 Jahren Saunabetreiber am Kulkwitzer See.

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